Bild: canva (Stoica Adrian)

Krippen-Feeling

 

Liest man von der besinnlichen Zeit

Ist meistens der Advent nicht weit

Die Besinnung meist der Hektik weicht

Der Advent dem „Final Countdown“ gleicht

Bevor die erste Kerze brennt

Vielleicht ihr diese Frage kennt

Wo ist bloß der Kranz vom letzten Jahr?

Gut verstaut –  wird mir schnell klar.

Im Dachboden oder doch im Kellerschrank?

Halt – unterm Bett – Na Gott sei Dank!

 

Jetzt entspannen? Doch wohl kaum!

Woher krieg ich `nen g‘scheiten Weihnachtsbaum?

Nicht zu groß und nicht zu klein

Nicht zu schmal oder zu breit soll er sein

Natürlich Nachhaltig und Regional

Fichte, Tanne, Kiefer – welch eine Qual

Und wär das alles nicht schon eine Plage

Quält mich auch hier dieselbe Frage

Der Christbaum-Ständer – wo ist der nur?

Im hintersten Garageneck – Adrenalin pur!

 

Am 23. Fällt mir meist ein

Morgen müsste Heilig Abend sein

So plötzlich! _ Und ich hab noch keine Geschenke!

So zieh ich los und ich denke

Was schenk ich meiner Liebsten heuer

Nicht zu billig – nicht zu teuer

Einen Gutschein? – der wirkt einfallslos

Einen Kochtopf? – unromantisch – zweifellos

Kette, Ring oder Diadem?

Trägt sie nicht – zu unbequem.

 

Bei all den Gedanken über den ganzen Kram

Überkommt mich dann doch ein wenig Scham

Bei all den Krisen auf der Welt

Wie wichtig ist Konsum und Geld?

Bei all dem Trubel weit und breit

Vielleicht – schenken wir uns gegenseitig ein wenig Zeit.

 

Zuhören, reden, weinen, lachen,

tanzen, singen, gemeinsam was machen

Manchmal streiten und sich versöhnen

Seine Mitmenschen achten und nicht verpönen

Respektvoll miteinander umgehen

Sich gegenseitig versuchen zu verstehen

Ein freundlicher Blick – ein kleines Lächeln

Nicht jeden Egotrip hinterher hecheln

Den wer auf Augenhöhe sich begegnet

Der ist – nicht nur – von Gott gesegnet.

 

Die Selbsthilfegruppen sind so ein Ort

Dort leben genau diese Gedanken fort

Die Teilnehmer könnten nicht unterschiedlicher sein.

Und doch finden sie sich regelmäßig ein

Suchen ihr Licht in ihrer Dunkelheit

Manch Eine(r) hat sich selbst befreit

Von Ängsten Süchten und Zwängen jeder Art

Denn mit Zuspruch wird dort nicht gespart.

Und ist die Gruppenstunde aus –

gehen wir voller Hoffnung nach Haus

 

Ähnlich wie bei den Hirten – denke ich mir

Als sie plötzlich standen am Stall vor der Tür

Und auch die 3 Könige – ganz ohne Allüren

Konnten die Kraft dieses Ortes spüren

Sie alle einte das Kind in der Krippe, aus Heu und aus Stroh

Trotz mancher Zweifel, waren sie am Ende froh

Einen beschwerlichen Weg hatten sie auf sich genommen

Und dafür die frohe Botschaft vernommen.

 

Vielleicht – so überlege ich manches mal

Ist Betlehem‘s Stall überall

Selbsthilfegruppen können solche Orte sein

Als Selbsthilfe-Krippen laden wir ein

Zu uns zu kommen – jeder Zeit

Keine Angst – mach Dich bereit!

 

Euch allen eine schöne Weihnachtszeit!

Über Juergen U.

Avatar-Foto60 Jahre, verheiratet, 3 Kinder, 2 Enkel, 1 Bernhardiner. Ehrenamtlich aktiv im Blauen Kreuz zwischen Mainfranken und Neustadt-Aisch sowie im Landesverband Bayern. Hobbys: Filme und gute Filmsachbücher, Musik und Waldarbeiten. Motto: Selbsthilfe ist kein Selbstläufer.