Texte aus der Schreibwerkstatt von Blog-Autorin Die mit Hut.
Wir waren zu zehnt, eine sehr motivierte Runde, teils bekannte, aber auch neue Gesichter dabei. Wir waren eine fröhliche Runde. Ilse hat die Gabe, zum Mitmachen zu begeistern.*
Heute Morgen
Nein, heute bin ich nicht zu spät!
Nach einem guten Schlaf war ich eigentlich ganz fit. Das übliche Morgenritual, diverse Pillen schlucken, Hörgeräte einsetzen. Vor dem Spiegel entdecke ich ein Haar, was da nicht hingehört, Pinzette her und raus damit.
Was anziehen? Gefunden.
Der Katze frisches Futter, Wasser und Leckerli hinstellen und ihr versichern, dass man bald wieder da ist.
Fertig!
Zwei Elfchen**
Turm
Der weiße
Ich sehe ihn
Drüben in der Altstadt
Stehen
Tulpen
tolle Farben
langlebig und schön
sie bringen den Frühling
wunderbar.
Eine Postkarte aussuchen und für jemand beschreiben
Guck mal, ich habe den Platz gefunden, den ich schon lange in meinen Träumen gesehen habe.
Eine Flusslandschaft -es könnte der Main sein- du weißt doch, ich liebe Flüsse.
Auf diesem Fluss dümpelt ein kleines Hausboot, naja, es ist schon etwas klein, aber sicherlich könnte man es etwas vergrößern.
Ich stelle mir vor auf diesem Boot würden wir ganz langsam und gemächlich mal den Fluss rauf oder runter schippern, Halt machen, wo wir wollten und am Abend den Sonnenuntergang, den Mond und die Sterne betrachten und wie sie sich im Wasser doppeln. Und später dann von sanften Wellen in den Schlaf gewiegt werden.
Das wäre schön.
Zu den Buchstaben meines Vornamens Wörter wählen und damit etwas schreiben
I ich
N nehme
G Gutes
R reise
I irgendwo
D dort
Ich packe meinen Koffer, nehme nur das Nötigste mit und mache eine Reise nach irgendwo. Dort angekommen tue ich mir etwas Gutes.
Die Teilnehmer*innen nennen je ein Wort und mit diesen Wörtern soll eine kleine Geschichte entstehen.
Eiskalt | Baum | Pfütze | Schmetterling | Katze | Warm | Theater | Kellergewölbe | Leichtigkeit | Lebensfreude
Eiskalt war’s im Kellergewölbe, Lebensfreude kommt da nicht auf! Dachte die Katze und beschloss nach oben in den Hof zu gehen, wo es warm war.
Im Hof stand eine Bank an einen großen Baum angelehnt. Darauf saßen zwei Kinder, die an einem Toastbrot knabberten.
Über einer Pfütze vom letzten Regen tanzten Schmetterlinge mit Leichtigkeit durch den Sonnenschein. (Ich habe das Wort „Theater“ nicht untergebracht).
Über einen Gegenstand im Haus in der Ich-Form berichten, aber den Gegenstand nicht benennen.
In diesem Haushalt gibt es viele meiner Art, alle von meiner Besitzerin gesammelt, sie schaut uns öfter an, staubt uns ab und zeigt uns auch manchmal einem Besuch
Aber ich weiß genau, dass ich der bin, den sie am liebsten mag, ich bin ihr Liebling!
Sie nimmt mich in die Hand streicht über meine vom Meerwasser glatt geschliffenen Flächen. Ich bin ein flaches Stück eines großen Brockens, vor Tausenden von Jahren davon abgebrochen. Durch Wellen und Wasser glattgeschliffen. Im Laufe der Zeit habe ich mir einen Mantel von weißem Opal zugelegt, sehr schick.
Manchmal bekomme ich einen Schreck, wenn meine Besitzerin davon anfängt, mich zu schleifen um eine Brosche -was immer das sein soll- daraus zu machen. Aber zum Glück kann sie sich nicht entscheiden, welche meiner Seiten die schönste ist, das ist gut so. Ich bin zufrieden ihr Handschmeichler zu sein.

* Dieser Text entstand im Rahmen der kreativen Schreibwerkstatt von Kiss Nürnberg•Fürth im März 20265 bei Ilse Weiß (Journalistin und ehemalige Chefredakteurin der Nürnberger Sozialzeitung „Straßenkreuzer“)
** Ein Elfchen ist ein kurzes Gedicht mit einer vorgegebenen Form. Es besteht aus elf Wörtern, die in festgelegter Folge auf fünf Verszeilen verteilt werden. Für jeden Vers wird eine Anforderung formuliert, die variiert werden kann.